Internetzugang

DSL oder Kabel: Wer die Wahl hat, hat die Qual

Was erwartet der Nutzer vom heimischen Internet? Es soll schnell, stabil und möglichst preiswert sein. Diese drei Kriterien geben den Ausschlag, ob die Entscheidung für einen DSL- oder einen Kabelanschluss fällt – vorausgesetzt, es stehen beide Optionen zur Verfügung. Gerade jenseits der Großstädte ist das, allen Ankündigungen zum Trotz, keineswegs garantiert.

Verfügbarkeit prüfen

Bevor du dich mit den Vor- und Nachteilen von DSL und Kabel auseinandersetzt, ist eine Prüfung der Verfügbarkeit also durchaus anzuraten. Dabei geht es, gerade beim Kabel, zunächst noch nicht einmal um die Geschwindigkeit. Hat der Hausbesitzer auf Anschlüsse verzichtet, entfällt diese Möglichkeit generell. Eine private Kabel-Nachrüstung für einzelne Wohnungen ist gerade in Mehrfamilienhäusern nur schwer vorstellbar. Hinzu kommt: Mieter haben keinen gesetzlichen Anspruch auf schnelles Internet. Mehr als das: Der Vermieter müsste gemäß seinen Pflichten gar keinen Anschluss zur Verfügung stellen. Anders wäre das nur, wenn vorhandene Buchsen nicht funktionieren. In diesem Fall muss der Vermieter binnen weniger Wochen für Abhilfe sorgen.

Die meisten Vermieter sind daran interessiert, die technische Ausstattung ihrer Immobilie auf dem höchstmöglichen Niveau zu halten. Nehmen wir in diesem Sinne also an, die Wahlmöglichkeit besteht. Zumindest in jedem zweiten Haushalt ist das derzeit statistisch gesehen der Fall. Dann kommt das Internet im Falle von DSL beziehungsweise VDSL über den Telefonanschluss, das Internet via Kabel jedoch aus dem TV-Anschluss. Für den Nutzer ist das zunächst irrelevant, zumal die Hardware in beiden Fällen leicht zu installieren ist. Ein Kabel-Modem beziehungsweise eine Fritz-Box genügen, schon kann es bei DSL und Kabel mit dem Surfen losgehen.

Tempo und Stabilität entscheiden

Wie so oft liegt der Teufel jedoch im Detail, denn die Übertragungswege bringen Unterschiede mit sich. So kann eine weite Entfernung zum nächsten Verteilerkasten durchaus dazu führen, dass das anliegende Signal für die geplante Nutzung generell zu schwachbrüstig ist oder stark schwankt. Beim Kabelanschluss besteht dieses Problem zwar nicht, doch auch hier sind Probleme möglich: Ist die Zahl der Nutzer im eigenen Cluster zu groß, geht es mit der Geschwindigkeit abwärts. Zwei, drei Kids im Haushalt, die regelmäßig ihrer Spielleidenschaft frönen, können da schon eine Rolle spielen.

Letztlich bleibt also nur, erst die Verfügbarkeit beim jeweiligen Anbieter anzufragen und dann den Geschwindigkeitstest zu machen. Ein bisschen Glück braucht es da schon. Geht dennoch nichts, bleibt nur LTE oder aber die Nutzung von Internet per Satellit. Das klingt vielleicht ein wenig exotisch, funktioniert aber auch noch im entferntesten Winkel.

Glaubst Du daran? Ein kurzer Ausflug in die Zukunft

Sieht man von den praktischen Gegebenheiten einmal ab – gerade technikversessene Zeitgenossen tun dies gern – und blickt nach vorn, befinden wir uns bei DSL und Kabel auf direktem Weg ins Gigabit-Zeitalter. So hat Vodafon (Kabel Deutschland) für 2020 angekündigt, alle knapp 13 Millionen Kabelhaushalte mit 1 GBit/s zu versorgen. Zumindest 400 Mbit/s sind heute schon vielerorts verfügbar.

Bei DSL hinkt man hier mit 100 Mbit/s zwar etwas hinterher, kann in der Theorie aber durchaus mithalten. FTTH, Fibre to the Home, heißt das Zauberwort, mit dem ebenfalls 1.000 Mbits zu erreichen wären. Der Trick dabei: Das Glasfasernetz wird über den Verteiler hinaus direkt bis ins Gebäude gezogen, die Kupferleitung entfällt.

Ähnliche Kosten, aber mehr Flexibilität bei DSL

Nach diesem etwas kopflastigen Ausflug in die blühenden Landschaften des Internets zurück in die Realität: zum Preis. Da die Kosten für die Internetnutzung monatlich anfallen, läppern sich auf Dauer schon wenige Euro zu einem großen Unterschied zusammen. Dennoch ist es schwer, eine klare Empfehlung abzugeben. Tarifvergleiche bilden DSL und Kabel-Anschlüsse weitgehend im identischen Preisbereich ab, wobei bei DSL ein viel breiter gefächertes Angebot besteht, was auch den Wechsel in einen günstigeren Tarif erleichtert.

Wer relativ selten datenintensive Dienste nutzt, findet bei DSL schon für rund 25 Euro Angebote mit 16 Mbit/s. Bei 50 Mbit werden rund 30 Euro verlangt. Der Preiskampf am DSL-Markt sorgt zugleich für eher fallende Preise, was aufgrund der regionalen Verteilung bei den Kabelnetzbetreibern nicht der Fall ist.

Geht es jedoch um Download-Werte von 100 Mbit und mehr, werden die Kabel-Anschlüsse immer interessanter und auch im Preisvergleich attraktiv. Letztlich aber wird auf Grundlage der Kosten keine Entscheidung zu fällen sein – dafür ist man einfach zu dicht beisammen.  

Hilfe erwünscht?

Mila hat auf die Preisgestaltung bei DSL und Kabel keinen Einfluss, kann nach der getroffenen Wahl aber helfen, Ärger zu vermeiden. Neben Hilfe bei der Installation von Router und WLAN sind wir auch bei der Behebung von Problemen zur Stelle. Kostenlos ist das nicht, aber gezahlt wird nur einmalig. Die Installation des Routers und die Konfiguration des Internetzugangs auf den Endgeräten vor Ort sind zum Beispiel schon für 49 Euro möglich. Hakt es dann an der Geschwindigkeit, liegt es zumindest nicht an der korrekten Einrichtung.     

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