Hausbesuche unerwünscht: So zieht der Einbrecher weiter

Mit der Dunkelheit kommt die Angst. Haus- und Verandatür werden sorgfältig verriegelt, die Rollos nach unten gefahren. Unwillkürlich schalten auch unsere inneren Sensoren von Grün auf Gelb: Verdächtige Außengeräusche bleiben den wachen Ohren nun nicht länger verborgen.

Im Vorgarten aber herrscht nach Eintritt der Dunkelheit Friede. Hier macht sich höchstens der Igel auf den Weg zu seinem Stelldichein. Diebesgesindel? Sitzt längst beim Feierabendbier, statistisch gesehen zumindest. Der Job ist längst getan, bei Tageslicht und zu einer Zeit, als auch die Bewohner noch ihrer geregelten Arbeit nachgegangen sind.

Geregelte Arbeitszeiten, auch für Diebesbanden

Ohne die Statistiken zu sehr zu strapazieren: Das Bild vom klassischen Einbrecher mit Kapuze und Taschenlampe stimmt einfach nicht. Wie der Einbruchsreport 2015 belegt, kommen mehr als 70 Prozent aller Einbrecher zwischen 10 und 20 Uhr, in deutschen Landen zumindest. Das höchste Risiko für einen Wohnungseinbruch besteht während der Mittagszeit und in den Nachmittagsstunden zwischen 16 und 18 Uhr.

Auch die erhöhte Einbruchsgefahr in der Sommer- und damit der Ferienzeit gehört übrigens in die Welt der Mythen. Schweizer und deutsche Kriminalisten bestätigen zwar saisonale Schwankungen, der Peak liegt dann jedoch im Spätherbst, im Oktober, November und mancherorts auch noch im Dezember. Graue Tage werden für Betroffene also eher zu schwarzen als die Sommerzeit, in der wir mit dem Urlaubsantritt eine gesunde Vorsicht entwickeln, die Nachbarn um gelegentliche Kontrolle bitten und die Sicherheitstechnik an Haus oder Wohnung einer kritischen Inspektion unterziehen.  

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Geeignete Sicherheitstechnik und regelmäßige Kontrollen sind zwei Stichworte der Polizei, die regelmäßig zur besseren Prävention vor Einbrüchen aufruft. Das Spektrum der Maßnahmen beginnt jedoch weit früher, und so mancher Mieter könnte sich hier ertappt fühlen. Ist die Haustür tatsächlich abgeschlossen, wenn es mal eben kurz zum Milchholen geht? Und bleibt das Fenster in der Speisekammer für die bessere Durchlüftung vielleicht gerade im Sommer immer gekippt? Wie steht es mit dem Zweitschlüssel unter dem Blumentopf neben der Tür, den nicht nur die Kinder im Notfall schnell entdecken?

Tatsächlich sind es diese „Kleinigkeiten“, die laut Polizei das höchste Risiko bergen: Eine gewisse Nachlässigkeit, die sich im Alltag einschleicht – so lange es eben gut geht. Dazu zählt übrigens auch das leidige Thema des „verlorenen“ Schlüssels, der eventuell doch in die falschen Hände geraten ist. Ja, der Austausch der Schließzylinder ist teuer, aber günstiger als der freie Zutritt für Diebe. Hier kennen übrigens auch die Versicherer keinen Spaß: Fahrlässigkeit führt meist dazu, dass die Hausratversicherung bei der Zahlung freundlich abwinkt.

Fenster und Türen: Gleich in Sicherheit investieren oder nachrüsten

Sind die oben genannten Schutzmaßnahmen verinnerlicht, lohnt die Frage nach den geeigneten Schutzmaßnahmen. Und auch hier beginnt es nicht mit der perfekten Smart Home Installation, sondern mit weit bodenständigeren Maßnahmen: einbruchshemmende und entsprechend zertifizierte Fenster und Türen (DIN EN 1627 mit Widerstandsklasse RC 2 oder höher), Gitter im Bereich der Kellerfenster und Einfriedungen im Vorgarten zum Beispiel. Hausbesitzer sollten auch bei der Bepflanzung Vorsicht walten lassen: Zu viel Sichtschutz ist im Sinne der Sicherheit nicht zu empfehlen. Profis gewinnen hinter der Deckung wertvolle Sekunden – und sie wissen das auch, denn die meisten Objekte werden im Vorfeld gut ausgespäht. Dabei achten die Einbrecher übrigens nicht nur auf den Bewuchs und die vorhandene Sicherheitstechnik, sondern auch auf verfügbare Hilfsmittel: Hängt die lange Aluleiter aus praktischen Gründen an der Außenseite der Garage, wird das offene Fenster im ersten Stock zur bequemen Einstiegsluke. Hereinspaziert, das Smart Home heißt interessierte Gäste willkommen.

Mit High Tech gegen das Einbruchsrisiko

Tatsächlich lässt sich der Schutz der eigenen vier Wände über Maßnahmen der elektronischen Überwachung wesentlich verbessern, solange die natürliche Aufmerksamkeit und die mechanische Absicherung darunter nicht leiden. Wir kennen das Problem des immer kühneren „inneren Schweinehunds“ ja schon aus dem Auto: Mit jedem neuen Assistenzsystem wächst das Gefühl der Sicherheit und die Kurve wird ein bisschen rasanter genommen.

Tatsächlich aber können Kamerasysteme und Einbruchsmeldeanlagen Diebe nicht nur abschrecken, sie verhindern auch das zufällige Aufeinandertreffen des Räubers und des heimkehrenden Bewohners, das tragisch enden kann. Die Möglichkeiten des Schutzes sind dabei äußerst vielfältig: Bewegungsmelder (Infrarot, Ultraschall, Mikrowellen) sorgen dafür, dass mit dem Betreten bestimmter Wohnbereiche der Alarm ausgelöst wird. Alternativ kann die „Außenhaut“ des Gebäudes so präpariert werden, dass schon mit dem Versuch des Eindringens der Alarm ausgelöst wird.  

Gut vernetzt – aber auch gut gesichert?

Schließlich spielt bei Sicherheitsfragen auch das Zauberwort „Smart Home“ eine immer zentralere Rolle. Im Grundsatz geht es dabei um die intelligente Vernetzung der eingebundenen Technik-Komponenten, etwa von Videokameras oder Detektoren zum Aufspüren anderer Gefahrenquellen, zum Beispiel von ausströmendem Gas oder Wasser.

Intelligente Smart-Home-Installationen können dafür sorgen, dass die Lichtquellen im Haus auch bei Abwesenheit für einen bewohnten Eindruck sorgen, ebenso vielleicht das TV-Gerät. Auch die Rollos können so zum gewünschten Zeitpunkt geschlossen werden (keinesfalls bei Abwesenheit am Tag). Per Smartphone oder Tablet hat der Bewohner zugleich alle ungewöhnlichen Aktivitäten in der Wohnung auch aus der Ferne im Blick und kann so gezielt und schnell reagieren.

Alles gesichert? So einfach ist es meist nicht. Geht dem Einbruch in die Wohnräume nämlich ein Einbruch in das Smart-Home-System voraus, ist’s mit dem vermeintlichen Sicherheitsplus schnell vorbei. Wer nicht im Bereich technischer Dienstleistungen tätig ist, sollte sich herstellerneutral beraten lassen: Welche Systeme erfüllen die notwendigen Standards? Wie muss Überwachungstechnik platziert werden? Wie funktionieren Smart-Home-Apps im Alltag und im Notfall? Viele Mila Service Partner haben sich als kompetente Service Partner auf dieses boomende Segment spezialisiert und bieten auch Vor-Ort-Hilfe mit konkreten Nutzungsszenarien an. Gibt’s ab 39 Euro – wenn das nicht smart ist.

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