Dolby-Atmos, DTS:X oder Auro-3D

Dolby Atmos & Co. – Raumklang in neuer Dimension

„Mit Hilfe von Forschung und viel Erfindergeist verwandeln wir Unterhaltung in spektakuläre Erlebnisse.“ Das versprechen die Dolby Laboratories und treffen damit den Nerv der Kundschaft. Wer im heiß umkämpften Audio-Markt die erste Geige spielen will, muss trumpfen können, bei Klang-Qualität und Emotionen. „Spektakuläre Ergebnisse“ sind da genau das Richtige – natürlich in 3D.

Einen Raumklang wie im wahren Leben versprechen jedoch nicht nur die Entwickler von Dolby Atmos. Schon seit Mitte der 2000er Jahre klingt auch der satte 22:2 Surround-Sound der NHK Laboratories aus vornehmlich japanischen Boxen. Die 3D-Klänge der belgischen Tonschmiede Auro Technologies sorgen seit circa 2010 für Stimmung in allen Tonlagen. Und nicht zuletzt ist da noch der gelungene Spätstart von „DTS“, DEM Ton-Shooting-Star der 1990er (z.B. „Jurassic Park“), mit DTS:X. Das Format erobert seit 2016 mehr und mehr Marktanteile der beeindruckten Konkurrenz.   

In Klänge gehüllt: Wenn der Ton aus allen Richtungen kommt

Ein Raumklang neuer Dimension, worum geht es dabei? Es geht um 3D, um einen Klang, der aus allen Richtungen kommt: der Gesprächspartner von vorn, das Geräusch des Springbrunnens von schräg rechts vielleicht und das Vogelgeschrei genau vom Baum über uns: nicht links und rechts, sondern punktuell, den Himmel inklusive, und flexibel, wenn sich einer der Akteure bewegen sollte. Kino und Heimkino sollen klingen wie das echte Leben. Besser sogar, da wir Bild & Ton im (Heim-)Kino unsere ganze Aufmerksamkeit schenken.   

Oscar-reif: Vor acht Jahren startet Dolby Atmos

Dolby Atmos hat 2012 im Dolby Theatre in Hollywood seine Premiere gefeiert. Der Ort war trefflich gewählt, denn der Kampf um die Kunden entscheidet sich auch in den Filmstudios. Wird hier zu lange im „falschen“ Format produziert, wartet man auch in den Kino- noch Heimkinosälen vergebens auf die entsprechende Hardware.  

Dolby jedoch ist von Beginn an ganz nah dran. Ab 2013 wird das neue Tonsystem trotz seiner Ecken und Kanten schon bei vielen Filmproduktionen eingesetzt. Das öffnete Dolby Atmos schließlich den Weg auf Millionen Blue-Rays (ab 2014) und Heimkino-Systeme.

Dennoch lohnt ein kurzer Blick auf die Konkurrenz, denn auch Auro-3D feiert Erfolge. 2012 gibt DreamWorks Animation eine strategische Kooperation mit Barco bekannt. Das belgische Unternehmen stattet weltweit Kinosäle mit Auro 11.1 aus. DreamWorks verpflichtet sich damit zugleich, die kommenden 15 Filme in Auro-3D zu produzieren.

Stand heute gibt es mit Dolby Atmo, Auro-3D und DTS:X also gleich drei Anwärter, die den Standard beim 3D-Sound setzen wollen.

Auf los geht’s los: Umrüstung nicht zwingend

Und wie kommt der 3D-Sound nun ins heimische Wohnzimmer? Im Grunde ganz einfach: Es genügt das vorhandene 5.1.- oder 7.1-System. Wer den neuen Raumklang allerdings in vollen Zügen genießen will, muss zusätzlich in ein paar Deckenlautsprecher und gegebenenfalls in einen neuen AV-Receiver investieren. (Beim Receiver genügt je nach Modell eventuell auch ein Update.) Neuere Geräte beherrschen den Standard ohnehin (gilt für Dolby Atmos und DTS:X, nicht unbedingt für Auro-3D) und auch die zusätzlichen Lautsprecher sind integraler Bestandteil jeder neuen Soundanlage.

So sei noch einmal betont: Wer Filme in Dolby-Atmos, DTS:X oder Auro-3D erwirbt, macht bestimmt nichts falsch  – denn auch ohne die empfehlenswerte Hardware-Aufrüstung beim Soundsystem bleibt das Klangergebnis zumindest unverändert. Investieren kann man später immer noch.

Ein kurzer Blick in die Technik

Neu aus technischer Sicht ist bei Dolby Atmos, dass die Beschränkung auf Kanäle wie zum Beispiel beim früheren Dolby Digital hier nun entfällt. So ist es mit Dolby Atmos und auch bei DTS:X möglich, bei der Aufnahme jeder Tonquelle im Raum eine eigene Tonspur zuzuweisen und diesen Ton später gezielt und exakt berechnet über den oder die gewünschten Lautsprecher auszuspielen. Gerade weil Dolby Atmos die bekannte Welt der Tonkanäle mit der neuen Welt der Klangobjekte verbindet, überwiegen die Vorteile deutlich.   

Wie das Klangbild des Films im jeweiligen Kinosaal aussieht, richtet sich nach den Koordinaten der Tonquelle bei der Aufnahme selbst, aber auch nach der Anzahl und Ausrichtung der Lautsprecher im Abspielsystem. Ein Beispiel: Regnet es im Film und es existieren Deckenlautsprecher, wird der Klang also mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt von oben kommen. Oder noch eindrucksvoller: Der Düsenjet kann bei diesem objektbezogenen Klangbild gehört auch vor uns starten und anschließend über unsere Köpfe hinwegdonnern. Duckt sich der halbe Kinosaal, feiert die Tontechnik.

Das, und hier kommen wir zu den Nachteilen, ist allerdings nicht immer der Fall: Den Ton bis in die oberste Ebene abzumischen, verlangt Knowhow, Liebe zum Detail und gut bezahlte Zeit. Oft genug mangelt es daran, gerade bei der deutschen Synchronisation.   

Wie man für Auro-3D die eigene 5.1-Anlage am besten um vier „Hights“ erweitert und in welchem Winkel diese optimal zu platzieren sind, wissen unsere Mila Service Partner. Sicherlich erklären sie auch gern, wie viele Lautsprecher es für Dolby Atmos denn nun wirklich sein dürfen. Gibt es tatsächlich keine Grenzen? Probiere es einfach aus, am besten mit uns gemeinsam.

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