Die Qual der Wahl: Tinte oder Toner?

Bus oder Bahn, Hemd oder T-Shirt, ins Kino oder doch lieber zum Griechen an der Ecke? Wer die Wahl hat, hat die Qual, heißt es sprichwörtlich. Letztlich aber sind mehrere Möglichkeiten immer ein Privileg, das wir nicht missen wollen. Für den Technikkauf gilt das erst recht, denn hier herrscht ein nachhaltiger Anspruch. Gerade der neue Laser- oder Tintenstrahldrucker überlebt meist sogar das geliebte Handy. Wird dieses nach zwei Jahren ersetzt, leistet der Drucker noch lange treue Dienste.

Laser- und Tintenstrahldrucker wären nicht dauerhaft am Markt präsent, wenn nicht beide Modelle mit ihren Vorteilen punkten könnten. Welche das sind, wollen wir im Folgenden erläutern. In den meisten Fällen fällt die Drucker-Entscheidung nämlich fast von selbst, wenn die geplante Nutzung mit den Eigenschaften des Geräts abgeglichen wird. Preisunterschiede spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Nur beim Farbdruck lassen sich mit dem Tintenstrahldrucker im Vergleich zum Digitaldruck einige Euro sparen.   

Papierloses Büro und Zuhause? Noch lange nicht!

Rund 100 Millionen Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte werden weltweit pro Jahr verkauft. Nach Erhebungen der Marktforscher von „Context“ haben Geräte mit Tintenstrahltechnik dabei die Nase inzwischen sogar leicht vorn, denn Inkjet-Multifunktionsgeräte konnten zuletzt in einem rückläufigen Gesamtmarkt zulegen. Hier dürften allerdings Unternehmen und Organisationen für einen Trend sorgen, dem Privatleute nutzungsbedingt nicht zwingend folgen müssen.

Werfen wird zunächst einen Blick auf die Funktionsweise. Damit kennen sich Mila-Friends & Profis gut aus, denn das Wissen wird für jeden Reparaturfall benötigt. Das jeweilige Druckverfahren hat aber auch direkten Einfluss auf das gewünschte Einsatzgebiet und damit auf die Kaufentscheidung:

Zeile für Zeile: der Tintenstrahldrucker      

Beim Tintenstrahldrucker werden Tintentropfen über feine Düsen präzise auf das Papier gespritzt. Eine elektronische Steuerung lenkt den Prozess, wobei moderne Geräte eine Auflösung von 1.200 dpi und mehr erreichen, also für ein absolut klares Druckbild sorgen.

Innerhalb des Tintenstrahldrucks werden zwei Haupt-Techniken unterschieden. Das Piezo-Verfahren nutzt für den Druckvorgang elektrische Impulse und ein spezielles Kristall, das sich durch Spannung verformt. Der bekannteste Hersteller von Piezo-Druckern am Markt ist wohl Epson. Vorteile dieses Verfahrens im Vergleich zum thermischen Bubble-Jet-Verfahren: Der Druck ist sehr schnell und der Druckkopf langlebig (ca. 500.000 Seiten). Das hat auch einen unmittelbaren Einfluss auf die Bauart der Geräte und mögliche Fehlerbehebung, denn der teure Druckkopf ist hier direkt im Gerät verbaut, wird also mit dem Tintenwechsel nicht zwangsläufig ausgetauscht.  

Grundsätzlich gilt für alle Tintenstrahldrucker: Während das Papier zeilenweise weiterbefördert wird, bewegt sich der Druckkopf horizontal zum Papier und bringt dabei die Tinte auf. Die Klarheit des Druckbildes hängt maßgeblich von der Größe der Tinten-Tröpfchen ab. Moderne Bubble-Jet-Drucker verfügen über mehr als 400 Düsen, die Tröpfchen im einstelligen Pikoliter-Bereich absondern. Das entspricht einer Größe von wenigen Milliardstel Millimetern. Hightech! Galten bei den ersten Inkjet-Druckern noch 150 dpi als gutes Ergebnis, werden heute bereits 9.600 dpi erreicht. Allerdings ist Vorsicht geboten, denn ein hochwertiger Druck setzt auch hochwertiges Papier voraus, das je nach Druckaufkommen für eine sichtbare Lücke im Budget sorgen kann.

Eine ähnlich rasante Entwicklung gibt es beim Tintenstrahldruck übrigens auch bei den Farben. Es wird mit diversen Abstufungen gearbeitet, unter anderem mehreren Schwarztönen, ebenso mit speziellen Tinten zum Beispiel für Plakate und den Stoffdruck.

Für den Einsatz im privaten Bereich sprechen aber noch andere Faktoren für den Tintenstrahldruck:

  • platzsparende Bauweise
  • einfache Bedienung und Wartung
  • geringer Energieverbrauch
  • geringe Geräuschentwicklung
  • geringe Feinstaubbelastung
  • Druck auf unterschiedlichen Medien möglich
  • als Multifunktionsgerät vielseitig einsetzbar (Drucken, Scannen, Kopieren)
  • exzellent für Foto-Druck

Für alle, die regelmäßig drucken, ist der Tintenstrahldrucker die erste Wahl. Problematisch kann es allerdings werden, wenn der Drucker selten genutzt wird. Im schlimmsten Fall trocknet die Tinte ein und auch die automatische Reinigung über die Druckersoftware bringt nichts mehr. Dann ist eine Reinigung gefragt, die am besten vom Spezialisten vorgenommen wird.

Ebenfalls erwähnenswert: Es besteht die Gefahr, dass die Tinte nach dem Druck oder durch Feuchtigkeit verschmiert.  

Die richtige Ladung macht’s: der Laserdrucker

Kernstück des Laserdruckers ist die lichtempfindliche Bildtrommel, die den Toner aus den Tonerkartuschen letztlich aufs Papier bringt. Die Trommel wird zunächst negativ aufgeladen, bevor ein Laser das Abbild des erteilten Druckauftrags darauf überträgt. Das geschieht über eine Aufhebung der negativen Ladung an jenen Stellen, an denen der Laser aktiv war.

Wird nun das Papier an der Bildtrommel entlanggeführt, überträgt sich der Toner auf das Papier. Hier wird er im Anschluss bei hohem Druck und hoher Temperatur über eine Walze fixiert (Fixiereinheit). Im Gegensatz zum Tintenstrahldrucker erfolgt dieser Vorgang nicht zeilen- sondern seitenweise, was höhere Druckgeschwindigkeiten ermöglicht. In dieser Geschwindigkeit liegt auch der größte Vorteil des Laserdruckers, doch es gibt weitere:   

  • hohe Belastbarkeit auch im Dauerbetrieb
  • hohe Zuverlässigkeit (kein Eintrocknen der Tinte möglich)
  • langlebiges Druckergebnis
  • sehr gute Druckqualität ohne Verschmieren
  • dokumentenechte Ausdrucke (gerade beim monochromen Druck)
  • günstiger im Verbrauch, da der Toner weit mehr Seiten „schafft“ und in vielen Fällen auf teures Spezialpapier verzichtet werden kann

Zu den Nachteilen zählen neben der erwähnten Feinstaubbelastung und dem höheren Platzbedarf auch der relativ hohe Stromverbrauch und die notwendige Aufwärmzeit. Hinzu kommt: Streikt der Drucker, ist die Fehlersuche oft aufwändiger und muss häufiger vom Fachmann erledigt werden. Oft heißt es dann: Zum Glück gibt es Mila.

Fazit: Wer sehr viel druckt, gerade „on demand“ mit kurzen Vorlaufzeiten, ist mit dem Laserdrucker letztlich besser beraten. Für den „Normalverbraucher“ spielt der Vorteil der Geschwindigkeit allerdings kaum eine Rolle. Hier geht es eher um den Platzbedarf, die Feinstaubbelastung und die einfache Bedienung. Damit ist der Tintenstrahldrucker wieder ganz vorne im Rennen.

Die gute Nachricht: Wirklich etwas falsch machen kann man mit beiden Varianten nicht.

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