Top Trends 2018: Tech Service, On Demand Service und Sharing Economy

Das Streben nach Autonomie wohnt uns inne. Politische Mitbestimmung fordert der Mensch ebenso ein wie die freie Gestaltung seines Konsums. Die eigene Zufriedenheit basiert auf diesen Freiheiten und die Geschichte beweist: Für Unabhängigkeit ist der Mensch zu fast jedem Opfer bereit.

Seit dem Wirtschaftsboom der 1960er heißt individuelle Freiheit auch: mein Haus, mein Boot, mein Auto. Große Marken vor und hinter der eigenen Haustür stehen stellvertretend für den persönlichen Erfolg. Für die Doppelgarage des „Smart Home“ wird heute nicht selten auf das zweite Kinderzimmer verzichtet. Und wie passt die boomende „Sharing Economy“ in dieses egomanische Gesamtbild?

Sharing Economy: Mehr als ein Trend

Fest steht: Die Ökonomie des Teilens, die Sharing Economy, erobert unseren Alltag, privat und beruflich. Carsharing-Firmen wie „Car2Go“, „DriveNow“ oder „Flinkster“ buhlen mit Erfolg um die Gunst der Kunden. Unter den konkurrierenden deutschen Anbietern wird bereits zwangsgeheiratet, um internationalen Shooting-Stars wie „Uber“ dauerhaft Paroli zu bieten. Der Markt ist in Bewegung.  

Neben den Mobilitätsgiganten sind auch Betten- und Wohnungs-Vermittler wie „Airbnb“ in wenigen Jahren zu milliardenschweren Playern aufgestiegen. Die Konzepte aus dem sonnigen Kalifornien sind global und stark genug, um im verregneten Hamburg und kühlen Berlin für neue Gesetze zu sorgen: Touristische Vermietungen müssen hier längst zum Erhalt des Mietniveaus reglementiert werden.  

„Sharing Economy“ heißt auch, dass Unternehmen aller Couleur ihre Daten in gigantische Clouds jagen, deren Eigner Ersparnis garantieren und Sicherheit versprechen. Werkzeuge, Spiele, Bücher, Lebensmittel, Kleidung – alles wird inzwischen geteilt. Start-Ups, die mit immer neuen Sharing-Konzepten auf den Markt drängen, teilen sich die Arbeitsplätze, das Sekretariat und die Logistikkosten.

Co-Working Spaces und Crowdinvesting als die neue Flower Power? Nein, so stimmt das nicht. Mag es auch kein Zufall sein, dass der Siegeszug der Hippiebewegung ebenfalls im Westen der USA begann, ihre Schlagkraft bei wirtschaftlichen Umwälzungen bleibt im Vergleich gering. Sharing-Modelle, die kaum geographische Grenzen kennen, werden laut Studien (etwa der Universität Lüneburg) allein in Deutschland inzwischen von jedem Zweiten genutzt. Die Tendenz? Stark steigend.

Warum ist Teilen wieder so angesagt?

Warum „Sharing“ die Märkte erobert? Neben komplizierten gibt es zwei einfache Antworten:

  1. weil wir es können,
  2. weil es vielen nützt.

Weil wir es können

Das „Können“ ist vor allem den technischen Innovationen der vergangenen Jahre geschuldet. Internet und Smartphone garantieren via App, dass Zeit und Ort bei der Nutzung von On-Demand-Diensten, Tech Services oder Büro-Anwendungen kaum noch eine Rolle spielen (zumindest solange man nicht in Deutschland auf dem Land lebt). Die Bedienung der Technik wird dabei nicht zuletzt dank Sprachsteuerung immer einfacher: Alexa, mach das Licht aus, schon steht man im Dunkeln.

Weil es vielen nützt

In ihrem Nutzen ist die „Sharing Economy“ fast noch eindrucksvoller, garantiert sie doch eine nie gekannte Effizienz. Tatsächlich kann von (fast) überall gearbeitet und konsumiert werden. Die Wege sind kurz, die Kostenersparnis ist hoch. Riesige Bürokomplexe und Server-Farmen? Das einzelne Unternehmen muss sie nicht mehr vorhalten, solange nicht der eigentliche Geschäftssinn darin liegt.

Dienstleistungen gibt es „on demand“, denn der Kunde ist die Bedienung in Echtzeit längst gewöhnt. Lieferzeiten für den Download von Videos, Software oder eBooks entfallen, die Pizza erwarten wir in einer halben Stunde heiß auf dem Tisch und alles andere spätestens am Folgetag im Briefkasten. Unabhängigkeit von Zeit und Ort bedeutet beim Service also „sofort“ und „genau hier“. Eine Herausforderung für alle Unternehmer, speziell Service-Dienstleister, denn eine echte Wahl bleibt den Entscheidern in den Chefetagen letztlich nicht. Ignoranz, oder höflicher gesagt die viel zitierte Freiheit der Andersdenkenden, führt in der digitalisierten „Sharing Economy“ in die Nische, in der so mancher ehemalige Marktführer sein Dasein fristet.

Jung, innovativ, serviceorientiert

Airbnb, Uber & Co. haben eine kurze Historie. Es sind Geschöpfe des 21. Jahrhunderts. Auch Mila gibt es erst seit circa fünf Jahren. Inzwischen werden rund 10.000 Service-Aufträge monatlich in rund 150 Städten abgearbeitet.

Welche Technik auch immer kommt und wie einfach deren Bedienung auch sein mag: Es entstehen neue Fragen, gerade bei der Vernetzung. Ein „DriveNow“-Wagen ohne App bleibt für den Interessenten ein toter Gegenstand. Auch das eigene Zuhause ist wenig smart, wenn die Installation misslingt.

Tech Services werden stärker nachgefragt denn je. Mila bringt Kunden und Experten zusammen. Wer als Dienstleister keinen Firmenwagen hat, reist mit Uber ins Airbnb-Quartier, in dem der Laptop des Kunden gerade den Dienst verweigert. So sieht die Realität in der „Sharing Economy“ aus, die Freude über den guten Service inklusive. Und Freude wächst ja bekanntlich ohnehin erst dann, wenn sie mit anderen geteilt wird.          

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