Laptop mit Anti-Viren-Programm

Warum Anti-Viren-Programme so wichtig sind

Anti-Viren-Programme werden häufig mit Airbags verglichen: Man braucht sie, will sie jedoch nur ungern zu Gesicht bekommen. Tatsächlich ist der Vergleich berechtigt, denn in beiden Fällen geht es um vorbeugende Sicherheit. Software und Airbag verharren dabei in Lauerstellung, möglichst ohne das System zu bremsen oder zu belasten.

Dennoch: Der Vergleich hinkt. Während der Airbag nämlich nur relativ selten als Superheld in Aktion treten muss, ist das Anti-Viren-Programm im Hintergrund im Dauereinsatz. Und das ist auch notwendig, lässt sich mit einem Blick auf die Zahlen der Software-Schmiede Kaspersky Lab feststellen. Die Experten aus Russland melden für 2016 Angriffsversuche auf jeden dritten Computer weltweit. Mit den hauseigenen Anti-Viren-Programmen sei es millionenfach gelungen, die Schotten vor dem Einbruch dicht zu machen.

Für wen lohnen sich Anti-Viren-Programme?

Angriff ist nicht gleich Angriff, Anti-Viren-Software nicht gleich Anti-Viren-Software und Nutzer nicht gleich Nutzer. Mein Vater zum Beispiel hat seine Schreibmaschine irgendwann murrend gegen den Rechner getauscht, vor allem weil die Farbbänder immer schwerer zu bekommen waren. Da sitzt er nun hinter dem Bildschirm und tippt, wie eigentlich immer schon. Meine Mutter ist diejenige, die vom Technik-Tausch profitiert, denn auf der Schreibmaschine ließen sich keine Fotoalben erstellen. Online-Banking, Online-Einkauf, soziale Netzwerke? Bei meinen Eltern alles Fehlanzeige. Und so stellt sich die Frage: Brauch man wirklich eine Anti-Viren-Software?

Ja, die braucht man. Weniger dringlich als andere vielleicht, aber man braucht sie. Beide würden dem Erpresser, der mit seiner Ransomware Fotos und Texten sperrt, ohne Zögern 200 oder auch 500 Euro in den Rachen werfen. Schutzprogramme dienen hier also nicht nur der Nervenschonung, sondern auch dem Erb-Erhalt.

Welche Anti-Viren-Programme sind empfehlenswert?

Welches Programm am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem verwendeten Betriebssystem und dem Browser gibt das Nutzerverhalten den Ausschlag. Sinnvoll sind Anti-Viren-Programme für jedermann.

Selbst das stimmige Argument, dass der beste Schutz im vorsichtigem Agieren des Nutzers liegt:

  • keine verdächtigen Anhänge öffnen
  • keine verdächtigen Links klicken
  • aktuelles Betriebssystem verwenden
  • alle Programme regelmäßig updaten

spricht nicht gegen den Virenschutz. Schließlich ist jeder Baustein von Vorteil, gerade wenn er kostenlos zu haben ist.  

Wie steht es mit konkreten Empfehlungen?

Hersteller haben es leicht: Sie können auf die Vorteile ihrer eigenen Sicherheitslösungen verweisen und finden bestimmt einen Aspekt, der die Empfehlung rechtfertigt. Alle gängigen Security-Suites werden auch regelmäßig von den Fachgazetten getestet, schneiden dabei meist gut ab, und klettern je nach Gewichtung der Prüfparameter auf einen der Spitzenplätze. Von den kostenlosen Programmen können zum Beispiel „AVG Antivirus Free“ und „Avira Free Antivirus“  in vielen Belangen sogar mit den kostenpflichtigen „Profi-Tools“ mithalten.

Heikel wird es erst, wenn die Nutzung Tools wie einen Extra-Schutz für Bankgeschäfte erfordert. Dann ist der kostenlose Schutz schnell im Aus.

Microsoft auf dem Vormarsch

Zu den viel diskutierten Fragen gehört derzeit, ob der „Microsoft Defender“ – ein Gratis-Schutz, der in Windows inkludiert ist und keiner separaten Installation bedarf – mit der Anti-Virus-Software der Drittanbieter mitzuhalten vermag. Tenor vieler Fachzeitschriften: Microsoft hat kräftig investiert, um auf Augenhöhe mit den Spezialanbietern zu agieren – und konnte noch nie so dicht aufschließen wie bei Windows 10. Dennoch reicht es beim Schutz (noch) nicht zu einem Spitzenplatz. Die Basis-Absicherung wird allerdings kaum noch in Frage gestellt, bei der Usability hat Microsoft die Nase vorn.

Wer nun noch der Theorie anhängt, dass Viren-Schutz-Programme (auch) selbst für Sicherheitslücken verantwortlich sind (sie können Software-Updates verhindern, Bugs beinhalten oder Schnittstellen zu Geheimdiensten öffnen), wird den Defender (ehemals Microsoft AntiSpyware) wohl sogar als beste Anti-Viren-Lösung sehen. Das könnte stimmen, auch hier also eine diffuse Antwort.   

Jede Absicherung hilft, vielleicht sogar mit unserer Hilfe?

Festzuhalten bleibt: Du solltest deinen Computer schützen, mit gesunder Skepsis und einer geeigneten Anti-Viren-Software. Mila bietet an, deinen PC oder Mac einzurichten, wobei neben der Installation des Betriebssystems und gegebenenfalls der Office-Programme auch die Aktivierung eines kostenlosen Virenschutzes dazugehört. Den Service gibt’s im Paket schon ab 49 Euro.

Nachtrag: Ja, es ging mal wieder um Windows. Apple-Jünger müssen dennoch nicht gleich den Diskriminierungsbeauftragten bemühen. Im Grunde ist es ja ein Lob, dass der Mac beim Thema Virenschutz nur selten Erwähnung findet. Noch darf man als Privatperson Viren-Schutz-Programme hier lässig als Nice-To-Have betrachten. Gute Produkte gibt es dennoch, nicht zuletzt „Avira Free Antivirus für macOS“ oder den „Bitdefender Antivirus für macOS 2018“. Kein Zufall, beide Produkte sind auch in der Windows-Welt ganz weit vorn.

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