Festplatte

Festplatte im Eimer – Was tun?

Festplatten sind empfindliche Gesellen. Sie sterben früh und können durch allerlei Übel vorzeitig dahingerafft werden. Sie mögen weder Kälte noch Hitze, leiden unter Stößen und verabschieden sich nach einem Blitzschlag in der Nachbarschaft schon mal grußlos und für immer. Vor allem aber: Festplatten neigen mit zunehmendem Alter zu partiellen Aussetzern im Langzeitgedächtnis.

All das klingt menschlich. Angebrachter wäre jedoch eher der Vergleich mit unserem Freund, dem Hund: Beide werden mit etwas Glück zehn Jahre alt, gute Pflege vorausgesetzt. Das Ende des Vierbeiners ist dabei stets eine emotionale Katastrophe, das der Festplatte pendelt zwischen einem kostspieligen Ärgernis und einer ernsten Lebenskrise. Schließlich haben wir unserer HDD oder SDD über Jahre alle wertvollen Daten anvertraut.

Von der Festplatte im Stich gelassen

Wer sich beim Aussetzen der Festplatte verzweifelt fragt, warum gerade ihn so ein Riesenpech ereilt, dem sei versichert: Nach unserer Erfahrung kommt der Festplattenfehler per Gesetz immer zum schlechtesten Zeitpunkt. 99 von 100 Kunden, die mit Festplatten-Problemen bei uns anklopfen, sehen ihre Karriere mindestens als beendet, wenn „das Ding in vier Stunden nicht wieder läuft.“

Backup gegen den Herzkasper

Um die Reparatur oder den Austausch der Festplatte entspannt über die Bühne zu bringen, ist vor allem eines von Nöten – eine solide Datensicherung, also ein Backup, das diesen Namen auch verdient. Das heißt, es muss an einem völlig unabhängigen Ort erfolgen und immer auf dem aktuellen Stand sein. Geschichten, die mit „Eigentlich wollte ich…, aber“ beginnen, haben nur selten ein Happy End.

Ob plötzlicher Knockout oder Verschleiß, jeder sollte sich bewusst machen: Die dauerhafte und risikofreie Datensicherung auf einem einzigen Medium ist schon seit dem Ende der Steinzeit vorbei. Und selbst die Zeichen auf den damaligen Stein-„Festplatten“ werden eines Tages verwittern.

Und was kannst Du nun tun?

Eigentlich sollte die Antwort auf das „Was tun?“ den Hauptteil dieses kleinen Beitrags bilden, aber die Möglichkeiten halten sich ehrlich gesagt in Grenzen. Wenn du nicht zufällig über profunde PC-Kenntnisse und einen Reinraum verfügst, raten wir zu Folgendem, wenn es das System noch zulässt:

Windows: Explorer aufrufen, Festplatte auswählen und „Eigenschaften“ anzeigen lassen. Unter „Tools“ die „Fehlerüberprüfung“ starten.

Windows verfügt mit SMART übrigens standardmäßig über ein Selbstüberwachungssystem der Festplattenlaufwerke, das mögliche Ausfälle vorhersagen soll. Einer Google-Studie (allerdings schon von 2007) zufolge können rund zwei Drittel der Crashs damit prognostiziert werden.

Mac OS X: Drücke noch vor dem Startsound „Command + R” und wähle das Festplattendienstprogramm. In der „Ersten Hilfe“ findet sich die Möglichkeit „Volume reparieren“. Im schlimmsten Fall (Systemfestplatte kaputt) muss alles unter „Löschen“ / „Sicherheitsoptionen“ mit Nullen überschrieben werden.

Voraussetzung ist das vorherige Sichern der Festplatte, um die Daten dann zurückzuspielen.   

Den Experten fragen

Die gute Nachricht kommt zum Schluss: Eine Datenrettung ist in den meisten Fällen möglich, zumindest wenn der Rechner nicht aus Wut aus dem Fenster geworfen oder die Daten geheimdienstsicher verschlüsselt wurden. Und so eine neue Festplatte kostet heute nicht mehr die Welt: Der Preis pro Gigabyte ist seit 1980 von rund 500.000 auf nun unter 0,05 Dollar gesunken.

Es lohnt also durchaus, ein paar Euro in eine professionelle Datenrettung zu investieren. Da du diesen Beitrag gefunden hast, muss ich die geeignete Adresse dafür nicht mehr empfehlen.

1 Gedanke zu „Festplatte im Eimer – Was tun?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.