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Gelöschte Bilder wiederherstellen – so geht’s

Fotos halten den Augenblick fest und fangen immer auch ein Stück Zeitgeist ein. Sie können beweisen, dass man um 1900 mit der Pferdekutsche durch New York rollte, ein gutes Jahrzehnt später aber schon im Automobil. Fotos kennen unsere Urlaubsorte und wissen, ob wir mit Karl(a) oder Paul(a) in Paris waren. Fotos lohnt es aufzuheben und nach Wunsch „zurückzublättern“.

Werden Fotos versehentlich gelöscht oder gehen verloren, scheint der Verlust oft unersetzlich. Kameras lassen sich versichern oder neu zusammensparen, die Aufnahmen nicht. Daher zählt es zu den Vorzügen der Digitalisierung, dass Fotos nun oft mehrfach gesichert sind: auf Festplatten, in Foto-Safes und gigantischen Clouds, in Backups und oft noch zusätzlich auf vollen SIM-Karten, die im Schrank darauf warten, dass keine Hardware sie mehr erkennt.

Kurz gesagt: Die Chancen sind hoch, „unersetzliche“ Bilder doch wiederzusehen. Andernfalls steht Mila dir zur Seite!

Fotos versehentlich gelöscht? Das kannst Du tun

Ist eine Fotodatei plötzlich verschwunden, solltest du zunächst zwei Dinge tun:

  1. dich besinnen, ob es einen zweiten Ablageort gibt
  2. ruhig bleiben und keinerlei andere Dateien speichern

Punkt 1 ist zum Beispiel gegeben, wenn du die Fotos bereits mit der Freundin geteilt oder per Mail an die Oma geendet hast, das Bild im letzten Backup sein muss oder es automatisch mit in die Dropbox gewandert ist. Möglichkeiten gibt es hier viele, Nachdenken lohnt.

Der zweite Punkt kann wichtig werden, falls du die Fotos tatsächlich per Software wiederherstellen musst. Das ist weit schwieriger, wenn der Speicherplatz bereits überschrieben wurde. Daher: Bis auf Widerruf nichts speichern, auch nicht die Wiederherstellungssoftware selbst.

Wie in der realen Welt: im Papierkorb

Hast du das Bild auf deinem PC versehentlich gelöscht, ist die Lage hoffnungsvoll. Dann ist die Aufnahme mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Papierkorb gewandert (Ausnahme: Du hast aktiv eingestellt, dass gelöschte Dateien ohne Umwege entsorgt werden soll). Im Papierkorb liegen die Bilder (fast) wie in jedem anderen Ordner. Du kannst sie einfach suchen und das Foto mit der rechten Maustaste beim Dateinamen „wiederherstellen“. Das Bild lässt sich auch per Drag and Drop wieder auf den Desktop hieven.

Mit Software ans Ziel

Nun kommt es vor, dass der Papierkorb in einem Anfall von Aufräumwut bereits geleert wurde – oder die Fotos hier aus irgendeinem Grund nie gelandet sind. Dann ist externe Hilfe von Nöten, die zunächst von einer Software wie „TestDisk & PhotoRec“, „Recuva“, „Pandora Recovery“, „Easeus Data Recovery Wizard“ oder einem der vielen anderen Programme kommen kann. Leistungsstarke Tools gibt es einige, je nach Bedarf von kostenfrei bis rund 70 Euro.

Der Bedarf richtet sich dabei übrigens nicht nur nach den Speicherdaten, sondern vor allem nach dem Speichermedium. So ist die „CD Recovery Toolbox“ auf zerkratzte Silberlinge spezialisiert, während sich „ArtPlus Digital Photo Recovery“ verschollene Bilder und Videos auf Speicherkarten (auch bereits formatierten) vorknöpft.

Tipp: Zeit gewinnen und Schlimmeres nach dem Löschen verhindern

Die größte Gefahr nach dem versehentlichen Löschen von Fotos ist, dass die Daten überschrieben werden und damit vom Laien nicht mehr rekonstruiert werden können. Beim Löschen oder dem Systemabsturz selbst geschieht nämlich im Grunde noch nicht viel: Der Dateiname verschwindet und der Speicherplatz wird wieder zur Verfügung gestellt. Noch aber wird er nicht anderweitig genutzt, die gelöschten Dateien sind also weiterhin intakt.

Um diesen Zustand zu erhalten, sollten zunächst alle folgenden Schreibvorgänge unterbunden werden. Für den PC heißt das: Stecker ziehen. Beim Handy kann der Flugmodus Schlimmeres verhindern. Erst nach diesem „Sicherheits-Shutdown“ können Programme wie „Recuva“ ihre Kraft entfalten. Auch das sollte übrigens über einen anderen Rechner erfolgen (Festplatte über USB-Adapter verbinden, Formatierungsoption ablehnen).  

2 Gedanken zu „Gelöschte Bilder wiederherstellen – so geht’s“

  1. Hallo Ricarda,

    vielen dank für deinen Tipp.
    Ich habe es soeben erfolgreich mit der Software ‘Pandora Recovery’ bei meinen Eltern zumindest in Teilen wieder hinbekommen.
    Problem an der Sache bzw. warum es nicht komplett geklappt hat, war natürlich dass in der Zwischnezeit bereits wieder Dateien gespeichert wurden.
    Gruß
    Marcel

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