Telekomumstellung auf VoIP

Umstellung auf VoIP – Das muss man wissen

Die Tage der klassischen Telefonie sind gezählt: Die Telekom will bis Ende 2018 all ihre Netze auf All-IP umstellen.

Aber was bedeutet All-IP und VoIP eigentlich?

All-IP bennent die Umwandlung der bisher in Telekommunikationsnetzwerken verwendeten Übertragungstechnologien in ein einheitliches IP-basiertes System. Die Abkürzung IP steht für „Internet Protocol“ und bezeichnet eine Kommunikationstechnologie im Internet, mit der die Informationen digital und gebündelt übertragen werden können.

All-IP ermöglicht es, dass alle Dienste wie Telefon, Fax, TV, Internet und Mobilfunk in einem einzigen Netzwerk, dem so genannten Next Generation Network (NGN), zur Verfügung stehen. Eine Internetverbindung ist dafür völlig ausreichend. Um ein VoIP-Gespräch zu führen, ist eine Bandbreite von mindestens 100 kBit/s in Sende- und Empfangsrichtung erforderlich. Selbst ein sehr langsamer DSL-Anschluss verfügt aber schon über eine Bandbreite von 384 kBit/s im Downstream und 228 kBit/s im Upstream. Eine separate ISDN-Verbindung wird dann nicht mehr benötigt.
Im Gegensatz zu analogen oder ISDN-Telefonleitungen sind IP-Telefonleitungen mit Breitband verbunden. In Voice over IP (VoIP) werden die Telefonate somit nicht mehr über Telefonleitungen, sondern über das Internet abgewickelt.

Telefonie mit VoIP

VoIP ist ein Akronym für „Voice Over Internet Protocol“ oder allgemeiner ausgedrückt, für Telefondienste über das Internet. Wenn du über eine Internetverbindung von angemessener Qualität verfügst, kannst du den Telefondienst über Ihre Internetverbindung anstatt über Ihre lokale Telefongesellschaft nutzen.

Warum VoIP verwenden?

Es gibt zwei Hauptgründe, VoIP zu verwenden: Niedrigere Kosten und erhöhte Funktionalität.

Niedrigere Kosten

Im Allgemeinen kostet der Telefondienst über VoIP weniger als der gleichwertige Dienst aus traditionellen Quellen. Diese traditionellen Telefondienste haben meist ein Monopol und können so die Preise hoch halten. Dazu kommt, dass nur noch ein Netzwerk zum Übertragen von Sprache und Daten verwendet wird. Die meisten Nutzer haben nicht ausgelastete Netzwerkkapazitäten, die dann ohne zusätzliche Kosten für VoIP genutzt werden können.

So gesehen sind VoIP-Telefonate auch international kostenlos. Zwar fallen die Kosten für Ihren Internetanschluss an, die Verwendung von VoIP verursacht jedoch keine zusätzlichen Kosten.

Erhöhte Funktionalität

VoIP erleichtert einige Dinge, die mit herkömmlichen Telefonnetzen kaum möglich sind: Eingehende Anrufe werden automatisch an dein VoIP-Telefon weitergeleitet, wo immer du es an das Netzwerk anschließt. Du kannst dein VoIP-Telefon sogar mit auf eine Reise nehmen, denn überall, wo du es mit dem Internet verbinden kannst, ist es möglich eingehenden Anrufe zu empfangen.

Ist die Umstellung verpflichtend?

Langfristig wird jeder bei der Umstellung auf VoIP mitmachen müssen, da die ISDN-Netze bis 2022 von allen Anbietern abgeschaltet werden. Wer von der Telekom über die bevorstehende Änderung informiert wird, hat zwei Möglichkeiten: Man kann einfach zustimmen und einen neuen Vertrag mit der Telekom abschließen. Preise und Konditionen können sich dabei einerseits zu Ihrem Vorteil verändern, andererseits ist man zwei weitere Jahre an die Telekom gebunden. Alternativ lässt du deinen bisherigen Vertrag einfach auslaufen und siehst dich nach einem Anbieter um.

Wenn du keinen Internetzugang hast, wirst du von der Konvertierung gar nichts merken und musst auch nicht in neue Technologien investieren. Auf Seite der Telekom gibt es einen Mini-Umsetzer, der IP und Analog wandelt.

Was kostet der Umstieg?

Wenn du das Angebot der Telekom annimmst, wird der bisherige Anschluss einfach durch den IP-Anschluss ersetzt. Ob dessen monatlicher Preis im Vergleich zu deinem alten Anschluss etwas billiger oder etwas teurer ist, hängt davon ab, welchen Anschlusstyp du vorher hattest. So kostete zum Beispiel ein ISDN-Anschluss (Universal-Anschluss) mit DSL16000 im Tarif „Call&Surf Comfort“ zuletzt 38,95 Euro/Monat. Das vergleichbare IP-basierte Angebot „MagentaZuhause S“ kostet in den ersten 12 Vertragsmonaten 19,95 Euro/Monat und ab dem 13. Monat 34,95 Euro/Monat. Falls der Router durch ein neueres, IP-kompatibles Modell ersetzt werden muss, kommen gegebenenfalls noch die Kosten für das neue Gerät hinzu.

Die Stiftung Warentest empfiehlt beispielsweise die AVM Fritzbox 7272, die ab circa 140 Euro erhältlich ist. Alternativ kannst du die Ausrüstung auch einfach mieten. Je nach Version kostet das zwischen 2,50 und 10 Euro pro Monat, was auf Dauer etwas teurer ist. Der Vorteil der Mietoption ist aber das zugehörige Servicepaket: Du erhälst regelmäßig Software-Updates, kannst die Hotline bei Problemen nutzen und wenn die Hardware kaputt ist, erhältst du schnell ein Ersatzgerät.

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