Horrorszenario Kabelbrand – wie er entsteht, frühzeitig erkannt wird und was die Versicherung zahlt

Laut Brandursachenstatistik des Instituts für Schadensverhütung und Schadensforschung (IFS) hatten 31 Prozent der Brände in Deutschland Elektrizitätsursachen, direkt gefolgt von Feuer und menschlichem Fehlverhalten. In der Regel ist es ein Kabelbrand, der das Feuer auslöst. Welche Folgen das haben kann, musste auch schon der Bundestag erleben, dessen komplettes Rechenzentrum bereits aus diesem Grunde lahm lag. Auch der hauptstädtische Nahverkehr kam schon das eine oder andere Mal zum Erliegen, weil ein Kabelbrand eine Schaltstelle außer Gefecht gelegt hatte.

Wie entsteht Kabelbrand?

Die Ursachen für Kabelbrand sind unterschiedlicher Natur. Vor allem sind es überlastete Leitungen und defekte Elektroinstallationen, wenn zu viel Strom durch eine zu schwache Leitung geleitet wird. Im Kabel befinden sich Drähte, die sich bei der zu starken Spannung erhitzen, beginnen zu glühen und dann Feuer fangen. Schuld können zu dünne Kabel und Verteilerdosen sein, an denen dann zu viele Geräte angeschlossen sind. Auch alte oder lose Klemmverbindungen, beispielsweise der Sicherungskasten, Stromkreisverteiler sowie jede einzelne Steckdose im Haushalt können einen Kabelbrand hervorrufen. Im Laufe der Zeit verschleißen durch Oxidation und Korrosion die Leitungen, wodurch sich Kabelverbindungen lockern. Im schlimmsten Falle verändert sich dadurch der Übergangswiderstand, was auch hier zu Überhitzung, Funken und schlussendlich einem Brand führen kann. Auch Kabeltrommeln aus Metall sind ein Risiko: Nicht abgerollt wirkt der Kern wie ein Induktionsofen. Wird die Trommel nun unter Strom gesetzt, dann kommt es darin zu starker Hitze. Ein weiteres Szenario ist ein Kabelbruch, welcher durch mechanische Belastung oder Verschleiß des Kabels entsteht. Durch unvorschriftsmäßiges Biegen reduziert sich der Kabeldurchschnitt, was die Stromdichte erhöht. Die Folge: Störlichtbögen und eine starke Wärmebelastung. Bei billigen Kabeln, schlechten Materialien und mangelhaften Geräten können sich darüber hinaus die Isolation und das umliegende Material entzünden.

Die Nase vorne in punkto Kabelbrand haben Wäschetrockner, bei denen sich die innenliegenden Isolationsmaterialien durch starke Hitzebildung verhältnismäßig schnell entzünden können. Aber auch Heizdecken, Wasserkocher, Haartrockner und die bereits erwähnten überlasteten Mehrfachsteckdosen sind ganz oben mit dabei. Hier sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Temperatur verstellbar ist.

Wie kündigt sich ein Kabelbrand an?

Einen Kabel- oder Schwelbrand zu erkennen ist nicht immer ganz einfach. Letzterer ist in der Regel unter dem Putz verborgen. Sobald er sichtbar wird und mit Sauerstoff in Kontakt kommt, kann er schnell in offenes Feuer umschlagen. Dennoch gibt es ein paar Anzeichen, welche bei Auftreten dringend von einem Fachmann untersucht werden sollten.

  • Bildstörungen beim Fernseher
  • Knistergeräusche und Funkenschlag beim Ein- und Ausschalten von Geräten und Lichtschaltern
  • Wiederholtes Herausspringen der Sicherung
  • Unerklärliche Wackelkontakte und flackernde Lampen
  • Beschädigte Anschlüsse und Leitungen, (Klemm-) Verbindungen sowie Kabel

Nun heißt es schnell zu handeln – vor allem, wenn bereits ein Brandgeruch vorliegt. Wird ein Schwelbrand rechtzeitig erkannt und beseitigt, dann sind die Folgen meist nicht so gravierend. Ist ein Gerät defekt oder läuft einfach nicht mehr so rund, sollte es vom Fachmann überprüft werden. Die Plattform Mila findet schnell und unkompliziert einen passenden Friend oder Profi aus der Nachbarschaft zur Reparatur und Beratung, sodass unflexible Arbeitszeiten und langes Warten von Haustechnikern der Vergangenheit angehören und die Technik schnell wieder einsatzbereit ist.

Was deckt die Versicherung bei einem Kabelbrand ab?

Kam es doch zu einem Brand, dann stellt sich natürlich die Frage, wer nun für die Schadensbeseitigung aufkommt. Kabelbrände sind in der Regel versichert, vorausgesetzt der Defekt war im Vorfeld nicht sichtbar. Die Hausratversicherung deckt alle beweglichen Güter ab – Höhe und Ausmaß ist individuell in der Police festgelegt. Das beinhaltet Geräte, Möbelstücke, Kleidung, Bargeld, Schmuck und ähnliches. Fenster, Rohre, Leitungen und so weiter sind durch die Wohngebäudeversicherung über den Vermieter abgedeckt. Nur sehr teure Wertgegenstände sollten noch zusätzlich versichert werden.

Wie lässt sich ein Kabelbrand verhindert?

Vor allem sind es billige Geräte und Steckdosen, die durch die zu starke Spannungslast zusammenbrechen. Sie sind schlecht verarbeitet, wodurch die Leitungen reißen oder einfach wegschmoren. Geräte am besten bei einem seriösen Fachhändler kaufen. Das VDE-Zeichen steht für geprüfte und hochwertige Qualität; auf der Seite des Verbandes sind alle geprüften Elektrogeräte aufgelistet. Wer sich also unsicher ob der Seriösität des Händlers oder der Echtheit des Siegels ist, für denjenigen lohnt sich ein kurzer Blick in den Katalog des VDE. Daneben gilt es natürlich verschiedene Maßnahmen zu treffen, um einen Kabelbrand zu verhindern:

  • Laufende Elektrogeräte niemals unbeaufsichtigt lassen. Viele stellen die Wasch- oder Spülmaschine an, während sie unterwegs sind. Das hier schnell etwas passieren kann, ohne dass es jemand rechtzeitig bemerkt, ist offensichtlich.
  • Wird ein Gerät nicht benutzt, dann sollte der Stecker herausgezogen oder es ganz abgeschaltet werden. Der Stand-by-Modus reicht hier aus. Zu empfehlen sind Mehrfachsteckdosen zum Ausschalten.
  • Bei Leuchtmittel immer auf die maximal zulässige Leistung achten.
  • Funktioniert ein Elektrogerät nicht einwandfrei, dann besser direkt von einem Fachhändler überprüfen lassen, bevor ein größerer Schaden entstehen kann.
  • Elektrogeräte nicht in der Nähe von leicht brennbaren Materialien aufstellen.

Darüber hinaus schaffen Feuerlöscher und auch Rauchmelder Sicherheit. Letzteres ist in fast allen Bundesländer unterdessen Pflicht. Dies wird nicht kontrolliert, doch riskiert man bei Missachtung den Verlust des Versicherungsschutzes.

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