Crowdshipping – Wenn dein Nachbar zum Paketboten wird!

Immer mehr Unternehmen entdecken für sich das Geschäftsmodell des Crowdshippings. Dabei werden Kunden zum Paketboten gemacht, indem sie Pakete direkt an Nachbarn, Familien, Freunde oder fremde Personen ausliefern. Der Trend, dass Kunden bei einer Reise von A nach B andere Kunden mit ihren Paketen beliefern, hat im letzten Jahr an Popularität gewonnen. Das US-amerikanische Unternehmen Amazon hat bereits schon einige Erfahrungen mit den privaten Lieferdiensten sammeln können. Mit der App „On My Way“ plant der Konzern Privatpersonen zu Gelegenheitsboten zu machen. Auch Uber experimentiert in einigen US-Metropolen mit dem Transport von Lieferungen durch private Paketboten.

Start-Ups im Crowdshipping-Fieber

Das Konzept des Crowdshippings ist nun auch in Europa angekommen. Viele Start-Ups gehen dem Trend der Sharing Economy nach und versuchen das Crowdshipping-Konzept in ihrem Unternehmen zu integrieren. Dabei sind Überbringer, Packator und Boxmesh nur einige Firmen, die den Standard-Paketdienstleistern den Kampf ansagen.

Das Berliner Start-Up Überbringer wurde im Sommer 2015 gegründet und dient als Mitfahrgelegenheit von Gegenständen. Dabei ist der Transport mit bis zu 1.500 Euro versichert. Beispielsweise können Pendler auf dem Weg zum Arbeitsplatz Gegenstände ganz einfach mitnehmen und dabei zusätzlich Geld verdienen. Der Versand bei Überbringer mit privaten und professionellen Boten ist zudem in ganz Europa möglich.

Packator hat ebenfalls seinen Hauptsitz in Berlin. Pendler, Studenten oder Fußgänger werden durch das Konzept des Crowdshippings bei diesem Unternehmen zu Kurieren. Die junge Organisation möchte den Packetversand schneller, einfacher und bequemer machen. Die sogenannten Packator Heroes nehmen Sendungen nicht nur zu Hause, sondern auch an anderen Orten auf.

Boxmesh hingegen ist ein Münchner Start-Up, das die Nachbarschaftshilfe in den Vordergrund ihres Crowdshipping-Konzeptes stellt. Die App erleichtert die Sendungszustellung, indem der Nachbar zur Paketstation wird. Auch Kioske und Einzelhändler können sich per App als Abholstation eintragen lassen und so bequem Pakete entgegennehmen.

Die Frage der Haftung

Es stellt sich jedoch die Frage, was geschieht, wenn das Paket nicht ankommt oder der Bote die wertvolle Ware stiehlt. Wer haftet für die beschädigten Pakete bei einem Unfall? Unternehmen haben erkannt, dass gewisse Aufnahmeprüfungen notwendig sind, so muss bei einigen Unternehmen mittlerweile  eine Fahrer-Zertifizierung als Qualitätsstandard vorliegen. Amazon beispielsweise verlangt des Weiteren ein Führungszeugnis, um unangenehme Situationen zu vermeiden.

Das Thema der Haftung muss von den Unternehmen ernst genommen und in ihren AGB’s festgelegt werden, damit die Rechtslage bei einem Vorfall klar ist.

Fazit

Der rasant wachsende Markt der Sharing Economy bietet den perfekten Anlaufort für die Umsetzung des privaten Paketdienstes. Sobald das Risiko der Haftung rechtlich geklärt ist, steht dem Crowdshipping-Konzept als Geschäftsmodell nichts mehr im Weg. Zum einen senkt es die Lieferkosten der Organisation und zum anderen vereinfacht Crowdshipping für Kunden die Lieferung von Sendungen durch private Paketboten, die sich zusätzlich etwas Geld dazu verdienen können.

Leave a Reply