So führen Sie erfolgreich einen Crowd Service ein

Crowd Service, Sharing Economy oder Shareconomy – ganz gleich, wie Sie es nennen – ist heutzutage ein großes Thema. Gefühlt gibt es jede Woche ein neues Startup-Unternehmen, das sich selbst als „Uber für“ dieses oder jenes ankündigt. Die Kompetenzen reichen von Restaurantauslieferungen über Hausarbeiten bis hin zur Vermietung von Immobilien und Hotelzimmern. Allen ist jedoch eines gemeinsam: Sie nutzen die Collaborative Economy, um Kosten einzusparen und stark verteilte Nutzerbasen zu nutzen. Von all diesen innovativen Unternehmensideen haben sich jedoch nur wenige als beständig erwiesen. Was ist also nötig, um einen erfolgreichen Crowd Service einzuführen?

Sie müssen das Problem kennen, das Sie lösen möchten

Es mag selbstverständlich erscheinen, doch Sie wären überrascht, wenn Sie wüssten, wie viele Unternehmen ohne klares Ziel vor Augen irgendwelche Aktionen starten. Dem Kunden genügt es nicht, dass er einfach jemandes Zeit kaufen kann. Er muss zunächst einen konkreten Fall haben, für den er Ihren Service benötigt. Sind Sie ein Unternehmen, das versucht, sein Angebot zu erweitern, indem es sich die Leistungskraft der Crowd zunutze macht – d. h. indem Sie Ihre aktivsten Anwender als Partner in der sogenannten Gig-Economy beschäftigen? Oder sind Sie ganz wie Uber und haben Ihr gesamtes Geschäft auf Basis von Crowdsourcing-Mitarbeitern aufgebaut? Es ist wichtig zu wissen, welches Problem Sie lösen möchten, aber fast ebenso wichtig ist, welche Art von Problemen Sie nicht lösen wollen: Eine klare Abgrenzung ist essenziell. Uber-Fahrer sind keine Auslieferungsfahrer.

Holen Sie das ganze Unternehmen mit ins Boot

Für Unternehmen, die versuchen, Crowd Services in begrenztem Maße einzuführen, ist es wichtig, dass die gesamte Unternehmenshierarchie, von ganz unten bis hin zum CEO, mit dieser Idee vertraut ist. Crowd Service erfordert Engagement und ein entsprechendes Projektteam: Wenn es nicht eigens Mitarbeiter gibt, die für die Umsetzung verantwortlich sind, wird das Projekt vermutlich scheitern. Communitys müssen sorgfältig gepflegt werden, damit sie stabil bleiben und wachsen.

Schnell sein ist gefragt

Menschen neigen dazu, Firmen- oder Markennamen zu verbalisieren. Sind Sie nicht auch überrascht, wie viele Politiker beispielsweise fleißig „twittern“? Wie oft haben Sie schon mit Freunden oder Verwandten „geskypt“, wenn diese gerade im Ausland waren? Nicht zu vergessen „googeln“: welche Kämpfe hatte Google nicht aufgrund der Verbalisierung der Internetsuche auszutragen. Dieses Verbalisieren ist nur einer der Gründe, weshalb es sich durchaus auszahlt, mit einer neuen Idee als erstes auf dem Markt zu sein. Wenn Sie sich als erstes Unternehmen in Ihrem Bereich mit einer Innovation positionieren können, dann bereiten Sie sich darauf vor, den Löwenanteil der Anerkennung daran einzustreichen – und dazu vielleicht noch einen Eintrag im Wörterbuch zu bekommen.

Marketing und Werbung

Public Relations und Marketing sind für Unternehmen in der Sharing Economy ebenfalls essenziell. Noch mehr als bei anderen Unternehmen steht der Mensch im Mittelpunkt, denn er ist gleichzeitig Kunde und Mitarbeiter –, daher ist es wichtig, dass sie einen guten Ruf haben. Dies wirkt sich doppelt aus, wenn Crowd Service nicht das einzige ist, was Ihr Unternehmen anbietet: Sie müssen frühzeitig und häufig darüber sprechen. Integrieren Sie den Service am Point of Sale und vermarkten Sie ihn proaktiv gegenüber Ihren Kunden. Ein Beispiel: Ein Kunde erwirbt ein Smart-Home-Produkt und ihm wird direkt am Point of Sale eine Crowd-Service-Installation angeboten.

Bereitschaft zur Skalierung

Jeder möchte erfolgreich sein. Sind Sie aber auch bereit für den Erfolg? Was geschieht, wenn Sie sich auf einmal um die doppelte Anzahl Ihrer monatlichen Nutzer kümmern müssen? Stellen Sie sicher, dass Sie einen konkreten Plan haben, um Ihr Angebot zu skalieren, sodass Sie wirklich von den riesigen Märkten profitieren können, die die Collaborative Economy bietet.

Click&Boat

Das junge Startup Click&Boat ist für seine private Bootsvermietung bekannt. Als Teil der Sharing Economy können Mieter die Besitzer direkt kontaktieren und Boote auf der Plattform buchen. Die Besitzer haben Zugriff auf die nautische Laufbahn der Mieter und können so den geeignetsten Segler auswählen. Derzeit besitzt Click&Boat über mehr als 8.000 Boote in 22 Ländern. Kunden können sich ein Boot für den Urlaub mit ihrer Lieblingsdestination, wie Frankreich, Italien oder Spanien mieten. Click&Boat ist eine nautische Gemeinschaft, die eine Bootsvermietung zwischen Privatpersonen gewährleistet.

Eine gute Idee allein genügt nicht

Die Sharing Economy bietet enorme Möglichkeiten, aber nur für diejenigen, die entsprechend vorbereitet sind. Der Erfolg weniger zentraler Player bedeutet, dass alle in der Branche darüber nachdenken, wie sie ihre Nutzer einsetzen und so ein Stück vom Kuchen der Gig-Economy abbekommen können. Doch um erfolgreich zu sein, braucht es mehr als eine gute Idee. Ein klares Ziel, passionierte Arbeit, Koordination, gute Publicity und etwas mehr als ein bisschen Glück. Aber es ist nicht unmöglich. Behalten Sie diese Schritte im Hinterkopf, geben Sie nicht auf, und wer weiß, was geschieht… Ihr Unternehmen könnte das nächste Wort des Jahres oder gar Jahrzehnts prägen.

Leave a Reply