Umfrage zur Gig Economy ergibt überraschende Einsichten

 

Sharing Economy, Gig Economy, On-Demand Economy: Egal, wie Sie es nennen wollen, Crowdsourcing und Sharing werden weiterbestehen. Das Time Magazine hat kürzlich eine Umfrage durchgeführt, um die Größe und die Erscheinungsformen dieser neuen Ökonomie zu bestimmen, und hat einige interessante Zahlen aufgedeckt. Was die meisten Dienste in der Gig Economy betrifft, gibt es mehr Nutzer als Serviceanbieter; mit anderen Worten, für eine Firma wie Uber gibt es mehr Fahrgäste als Fahrer. Allein in den USA gibt es 90 Millionen Nutzer und Anbieter, die Sharing Economy Plattformen regelmässig in Anspruch nehmen. Fahrdienste machen den größten Prozentsatz an Nutzern, noch vor AirBnB Nutzern. Die meisten Anbieter wohnen in der Stadt, sind männlich und im Alter zwischen 18 und 34 Jahren. Die Anbieter geben an, finanziell von der Gig Economy zu profitieren. Und die meisten Anbieter arbeiten gerne für Vermittlungsportale wie Uber, Taskrabbit und Co. Dennoch stimmen die Befragten der Aussage zu, dass die Sharing-Branche wegen der mangelnden Regulierung ausbeuterisch sein kann. Ob der Staat die On-Demand Economy regulieren sollte, darüber sind sich die Befragten jedoch nicht einig.

Wir haben einmal Vorteile und Kehrseiten der On-Demand Economy aus der Time Magazine Umfrage zusammengefasst.

Gig Economy: Freiheit und Flexibilität der Arbeit

Die Freiheit, die die Gig Economy Arbeitskräften bietet, wird als besonders attraktiv empfunden. Während traditionelle Beschäftigung bedeutet, dass man einen Zeitplan mit fester Stundenanzahl und möglicherweise sogar einem Dresscode hat, bietet die On-Demand Economy Freiheit im Hinblick auf die Einteilung der eigenen Zeit und die Aufträge, die man bearbeitet. So haben Menschen mit mehreren Jobs, Schauspieler oder Künstler, Hausfrauen und Mütter oder alle anderen, die eine flexible Zeiteinteilung bevorzugen, die Freiheit ihren Arbeitstag so zu gestalten, wie sie es möchten. Da kann also der Schauspieler zwischen den Schauspielaufträgen noch als Fahrer arbeiten oder kleine Erledigungen machen.

Ein gutes Einkommen 

Viele Serviceanbieter gaben gegenüber Time an, dass sie durch die Arbeit über Vermittlungsportale die Möglichkeit haben, sich einen guten Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Drittel der unabhängigen Auftragnehmer gab an, dass die Gig Economy mehr als 40% ihres Einkommens ausmacht und ungefähr die Hälfte der Auftragnehmer hat das Gefühl, dass sie dank der Gig Economy finanziell besser gestellt sind oder es künftig sein werden. Auf den verschiedenen Plattformen haben Menschen die Möglichkeit, ihre eigenen Preise festzulegen und zu entscheiden, wie viel Geld sie verdienen möchten, welche Aufträge sie annehmen und wann sie arbeiten.

Unabhängiger Auftragnehmer versus Angestellter

Selbständig, unabhängiger Auftragnehmer, Freelancer, Angestellter: Es ist schwer zu entscheiden, wie Serviceanbieter in der Gig Economy genannt werden sollen. Aber es ist aus rechtlichen und politischen Gründen wichtig darüber nachzudenken. Uber stellt ihre Fahrer nie ein und ist lediglich eine Vermittlungsplattform, über die selbstständige Fahrer und Passagiere miteinander in Kontakt treten. Für Kritiker erfüllt Uber jedoch alle Voraussetzungen zum Arbeitgeber bis auf den Namen.

Die Bezeichnungen für Anbieter in der Gig Economy ist ausschlaggebend für die Verpflichtungen der Sharing-Portale gegenüber ihren Nutzern. Schliesslich haben Angestellte Urlaub, Kündigungs- und Versicherungsschutz sowie Sozialabgaben. Viele Unternehmen in der Gig Economy halten ihre Kosten gering, weil sie keine Gehälter oder Versicherungen für die unabhängigen Auftragnehmer bezahlen müssen. Für gelegentliche Anbieter ist das auch durchaus sinnvoll. Allerdings kommt auf jede Person, die nur gelegentlich die eigene Wohnung auf AirBnB anbietet, eine Person die ihre Immobilie regelmässig zur Gewinnerzielung vermieten und diese als Quelle von regelmässigem Einkommen statt für den gelegentlichen Nebenerwerb nutzt. Einige Vermittlungsportale reagieren daher, wie erst jüngst die Berliner Reinigungsportale Helpling und Book a Tiger, die ihre Reinigungskräfte nun offiziell anstellen.

Die Befragten der Studie sind sich nicht einig darüber, ob der Staat eingreifen muss: 47 % sprachen sich für Regulierung aus, 49% dagegen. Es besteht also weiterhin Gestaltungsspielraum in der Gig Economy.

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